Auch ungenau seien Fieberthermometer-Streifen, die man auf die Stirn lege, während Infrarot-Thermometer für das Ohr zuverlässiger messen würden. Allerdings seien sie ungeeignet, wenn man unter akuten Ohrenschmerzen leide.
In Deutschland werden Asthma-Erkrankungen oft zu spät diagnostiziert. Besonders Kinder und Jugendliche werden häufig nicht frühzeitig behandelt, so Falko Panzer, Facharzt für Kinderpneumologie
und -allergologie in Mannheim, gegenüber einem Online-Dienst. Dabei sei die Krankheit bei rechtzeitiger Behandlung gut in den Griff zu bekommen. Sind die Asthmatiker aber erstmal auf ein Spray
angewiesen, ist es oft zu spät. Durch die Medikamente würden nur die Symptome nicht aber die Ursache behandelt, so Panzer.
Die Ursache für verengte Bronchien und Luftnot ist eine asthmatische Entzündung des Bronchialgewebes. Die Symptome können auf ganz unterschiedliche Weise hervorgerufen werden, zum Beispiel durch
eine Infektion der Atemwege, besonders häufig aber durch Allergien. Wenn nach einer Erkältung alle anderen Beschwerden verschwunden sind, aber der Husten bleibt, sollten Eltern hellhörig werden
und einen Facharzt aufsuchen, empfiehlt auch Harald Mitfessel, Facharzt für Pneumologie und Allergologie in Remscheid. Bei rechtzeitiger Behandlung liege die Heilungschance bei 80 Prozent, so
Panzer.
Schlafwandeln durch Müdigkeit
Je müder ein Schlafwandler ist, um so aktiver wird er in der Nacht. Das haben Wissenschaftler der Universität Montreal in einer Studie herausgefunden. Dafür hatten Antonio Zadra und
seine Kollegen Probanden, bei denen sie den so genannten Somnambulismus, das Schlafwandler-Syndrom, vermuteten, 24 Stunden lang wach gehalten. Bei über 90 Prozent der Teilnehmer konnten die
Forscher dann schlafwandlerische Ereignisse hervorrufen, schrieben die Forscher in der Fachzeitschrift "Annals Of Neurology". Ohne Schlafentzug kam es nur bei 50 Prozent der Probanden zu
schlafwandlerischen Ereignissen.
Obwohl sich schlafwandelnde Personen häufig selbst verletzen oder sogar Straftaten begehen können, ist die genaue Diagnose von Somnambulismus sehr schwierig. Bisher gibt es keine genaue Methode
zur Erkennung der Schlafstörung. Die Forscher sind aber zuversichtlich, aufgrund ihrer Studienergebnisse bald eine bessere Diagnostik durchführen zu können.
Vorsicht bei Nebenwirkungen
Durch die Nebenwirkungen von Medikamenten kommen mehr Menschen ums Leben, als bisher angenommen. Das ist das Ergebnis einer Studie, die die schwedische Pharmakologin Anna Jönnsson von der
Universität in Linköping und ihre Kollegen durchgeführt haben. Die Wissenschaftlerin untersuchte mehr als 1500 Todesfälle in Schweden. Dabei sei sie auf eine überraschend große Zahl tödlicher
Arzneimittel-Nebenwirkungen gestoßen, schrieb sie in der renommierten Fachzeitschrift "Nature". Bei 49 Toten stellten die Forscher einen Zusammenhang mit Medikamentenwirkungen her. Die mit
Abstand häufigste tödliche Nebenwirkung waren dabei Blutungen, die nach der Einnahme blutverdünnender Medikamente auftraten.
Besonders für Krankenhaus-Patienten ist die Gefahr groß. Hier gehen etwa fünf Prozent aller Todesfälle auf ungewollte Nebenwirkungen durch Medikamente zurück. Amerikanische Forscher kamen in
einer vergleichbaren Studie auf ähnlichen Ergebnisse. In Zukunft müssten Ärzten die Patienten besser über die Gefahren möglicher Nebenwirkungen aufklären, fordern die Forscher.
Dieselruß verringert Hirnfunktion
Das Einatmen von Dieselabgase beeinträchtigt die Hirnfunktion. Die Abgase lösen im menschlichen Denkorgan Stressreaktionen aus. Das haben niederländische Forscher der Zuyd University
in Heerlen herausgefunden. Für ihre Tests ließ ein Team um Paul Borm einige Probanden Dieselabgase einatmeten. Anschließend wurden die Hirnströme mit einem Elektroenzephalografen gemessen, so die
Forscher in dem Fachmagazin "Particle And Fibre Toxicology".
Die Konzentration der Abgase entsprach in etwa der an einer stark befahrenen Straße. Nach einer halben Stunde zeigte das Hirn der Probanden Reaktionen, wie sie auch unter Stress entstehen. In der
Regel geht das mit einer Verschlechterung der Denkleistung einher. Der Effekt klang erst wieder ab, nachdem die Probanden den Versuchsraum verlassen hatten. Warum das Gehirn auf die Dieselabgase
wie unter Stress reagiert, wissen die Forscher nicht genau. Sie vermuten aber, dass feinste Rußpartikel für den Effekt verantwortlich sind. Auch die dauerhaften Auswirkungen für Anwohner von
stark befahrenen Straßen müssten noch genauer untersucht werden.
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